Friends | How I Met Your Mother


Fernsehen

Friends
How I Met Your Mother

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Abgegebene Stimmen: 155
Beginn der Abstimmung: 22.9.2014, 00:00 Uhr
Ende der Abstimmung: - offen -


Wir sind √ľberaus gl√ľcklich, TV-Spezialisten f√ľr jede Epoche zu haben – von „Lassie“ bis „True Detective“. So rotzen auch diesmal unsere Serien-Edelfedern Wolfgang Brenner (Danke!) und Sebastian Schiebel (Danke!) die ultimativen WIDL-Texte zu den Freunde-Serien „Friends“ (die genau heute vor 20 Jahre startete) und „HIMYM“ raus. Was am Ende besser abschneidet, das entscheidet wie immer ihr.

Friends (Wolfgang Brenner)

Diese Serie ist nicht totzukriegen. Zehn Jahre, nachdem die letzte von 236 Folgen versendet war, an deren Entstehung die Schauspieler nur noch f√ľr die bis dato obsz√∂nen M√∂rdergagen von einer Million Dollar pro Mann (Frau) und Folge mitzuwirken bereit waren, damals als die zehnte Staffel am 6. Mai 2004 zu Ende ging (und ich mir die letzte Folge, weil Streaming ja noch nicht erfunden war, nur √ľber ein kompliziertes Downloadsystem einer franz√∂sischen Fanseite besorgen konnte, bei der eine Folge in zehn oder zwanzig irrsinnig kleiner *.rar-Dateien aufgesplittet war, die man dann irgendwie wieder zusammenfriemeln musste, und nach deren zeremoniellem Wegkucken ich ma√ülos entt√§uscht war), damals also dachte ich:

Endlich ist es vorbei!

Die letzten Folgen (eigentlich Staffeln) anzuschauen, wie Ross, Rachel, Monica, Phoebe, Joey und Chandler ihre Tage wahlweise in ihrem riesigen New-Yorker-Apartment (und den nicht minder komfortablen Nebenwohnungen) verbummelten oder im Coffee-Shop ‚ÄěCentral Perk‚Äú das Sofa abnutzten, wo vermutlich eine einzige Kaffeespezialit√§t mehr kostete, als die Friends-Bande im Monat zusammen verdiente, war mehr eine Pflicht√ľbung, denn eine Lust.

Und kaum hat man sich davon erholt, bzw. die Schneisen wieder aufgef√ľllt, die das 236-malige H√∂ren des ‚ÄěThe Rembrandts‚Äú-Titel-Songs ‚ÄěI‚Äôll be there for you‚Äú ins Hirn gefr√§st hatte, sind zehn Jahre vergangen und das 20-j√§hrige Jubil√§um steht an. Nicht ohne einen gewissen Tamtam: Denn in New York wurde das Original-Cafe aufgebaut (199 Lafayette Street, Ecke Broome Street), wo sich zur Er√∂ffnung dem Vernehmen nach Apple-artige Szenen vor der Er√∂ffnung (Schlangen etc.) abgespielt haben sollen. Schlie√ülich gab es zwei Tage lang freien Kaffee. Und was der in New York kostet, wei√ü man ja (s.o.).

Den sch√∂nsten Beitrag aber zum Jubil√§um lieferte der Late-Night-Talker Jimmy Kimmel, als er den weiblichen Teil der Friends-Belegschaft einlud und Jennifer Aniston mit der Original-Friends-K√ľche und einem Skript der etwas anderen Art √ľberraschte. Das anzuschauen lohnt sich:


[Direktfreunde]

Danach hat aber wieder Ruhe zu herrschen. Mindestens zehn Jahre lang.

How I met your mother (Sebastian Schiebel)

„How I met your mother“ (HIMYM) ist die bessere Sitcom. Der Gigant eines gro√üen Fernsehsenders, der Prime-Time-Aufr√§umer, das „hat jeder gesehen“ der 2000er Jahre, das „kennt jeder“ der 2010er, auch weil ProSieben die okayische synchronisierte Fassung bis zum Erbrechen t√§glich sendete (Laut DWDL rechnerisch 5,6 Folgen pro Tag). Wer HIMYM nicht liebt, hat die Serie nie ernsthaft gesehen, nie auf neue Folgen gewartet, war nie entt√§uscht √ľber dieses – meiner Meinung nach – verkackte Finale und war nie √ľbergl√ľcklich √ľber das offizielle alternative Ende. Dabei perfektioniert HIMYM genau die Schw√§chen, die Serienvorlagen wie Friends immer hatten. Denn es ist eine Comedy-Serie √ľber Freundschaften und Beziehungen, die nicht daran krankt, so lustig zu sein, dass unser eigenes Leben dagegen schw√§chelt. Ich hatte nie einen Freundeskreis wie die „Friends“, der zusammenhielt, sich t√§glich sah und in riesigen New Yorker Appartments lebte (WTF?!). Aber wenn ich einmal alt sein werde und mich zur√ľckerinnern werde und die Geschichten erz√§hlen werde, dann werden es schon andere sein, als die, welche ich tats√§chlich erlebte. Pointen werden lustiger, Tempo richtig eingehalten, alles ergibt Sinn und vieles ist lustig, traurig oder lehrreich. HIMYM ist eine Serie √ľber das Erinnern. HIMYM ist eine Serie, die genau das macht. Die erz√§hlt, wie es ist, zu erz√§hlen wie man erwachsen wird und wie man erwachsen ist. Wie Freundschaften sind und wie es ist, d√§mlich l√§chelnd auf „die gro√üe Liebe“ zu warten. HIMYM l√§sst mich in die Zukunft blicken mit Vorfreude und in die Vergangenheit mit Dankbarkeit. Friends gibt mir allenfalls noch das Gef√ľhl, alt geworden zu sein. Durch das Entfernen der gro√üen Liebe, das Suchen und Warten auf die eine Richtige – und das Scheitern, Kommen und Gehen von Anderen – bleibt die Geschichte interessant.zorb ball for sale canada

Hinzu kommt ein riesiger, liebesw√ľrdiger Cast, von dem ich jeden einzelnen ehelichen (oder eingetragene-lebenspartnerschaftlichen) w√ľrde. Einfach jede Rolle ist gut besetzt. Die Gang, mit denen wir so viel miterlebt haben und auch die verdammten Nebenrollen. Sogar die Mutter. Dazu kommt ein guter Soundtrack und eine gute Mischung aus Ernsthaftem und Lustigem.

Nat√ľrlich gibt es auch schlechte Folgen. Und die letzte Staffel ist… naja. Aber wer die Serie schaut, f√ľr den gibt es die kleinen Geschenke. Die „das kenne ich doch“. Die Anspielungen auf andere Serien, die Seitenhiebe, die kleinen Witze und Ironit√§ten (allein dass Neil Patrik Harris, der ehemalige „Doogie Howser, M.D.“, heute bekennender Homosexueller und Held einer gro√üartigsten Musical-Mini-Webserie, den Frauenheld und sexistischen Arsch Barney Stinson verk√∂rpert), der ironische Umgang mit dem eigenen Medium, all das. Ja, HIMYM ist keine Serie, die intellektuell √ľberfordert. Aber es ist auch keine Serie, die den Seher f√ľr dumm h√§lt (auch wenn viele Schlagfertigkeit und viel Wortwitz in der Synchronisation verloren geht). Es ist die zweitbeste Comedy-Serie, welche in den Nullerjahren lief. Und ich liebe diese Serie einfach. Es ist nicht die perfekte Serie und nicht die, welche ich jeden Tag 5,6 mal sehen m√∂chte. Aber diese Serie macht mich mit meinem Leben zufriedener und gl√ľcklicher, als ich es wohl ohne sie w√§re. Mehr kann man von einer Serie wirklich nicht erwarten.

PS: Als Video h√§tte ich zu gerne die Anfangsszene aus der Folge „Swarley“ verwendet, die sich negativ gegen Coffee Shops als Treffpunkte √§u√üert, aber da findet sich leider nichts bei YouTube (offenbar hat die Produktionsfirma da alles rausgeklagt, was von irgendwem hochgeladen wurde). Daf√ľr aber immerhin diese wunderbare Musicalnummer aus einer der Jubil√§umsfolgen:


[Direktmutter]

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Montag, September 22nd, 2014 Fernsehen

3 Comments to Friends | How I Met Your Mother

  1. Soll es das gewesen sein???
    Jetzt kommen mir aber echt die Krokodilstr√§nen… Buuh√§√§√§√§√§√§√§√§√§√§√§√§√§… :-(

  2. sagte Dennis am November 14th, 2014
  3. Das war es nicht. Aber Krokodilstränen?

  4. sagte uli am November 14th, 2014
  5. Ich nehme alles zur√ľck und behaupte das Gegenteil… Ich meinte nat√ľrlich krokodilsgro√üe Tr√§nen, aber das hat sich ja jetzt eh erledigt, wenn wieder mindestens monatlich, besser zweiw√∂chentlich, nein w√∂chentlich – vielleicht auch zweimal pro Woche?… oder gar t√§glich???… wieder neue WIDLs erscheinen :-)
    Ich w√ľnsche mir √ľbrigens:
    Krokodilstränen vs Alligatoren-Pipi ;-)

  6. sagte Dennis am November 14th, 2014

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