Al Pacino | Robert De Niro
Beginn der Abstimmung: 12.10.2009, 09:00 Uhr
Ende der Abstimmung: - offen -
Was halten von einem Kerl, der großmäulig verkündet: „Ich könnte auch ein Schnitzel spielen!“? Nicht Al Pacino, der eigentlich in allen Kategorien (Alter, Körpergröße, Oscar-Quote, Frauen) Unterlegene, sagte das. Sondern sein GRÖSAZ- (Größter Schauspieler aller Zeiten)-Kollege Robert de Niro. Der hat selbst seine größten Psychorollen („Taxi Driver“) immer mit größter Lässigkeit weggespielt, während sein Konkurrent im Kampf um den Königstitel der Schauspieler (siehe auch hier) immer mit mehr oder weniger verwegenen Barttrachten und zusammengebissenen Zähnen darum kämpfte.
Das prädestinierte Robert de Niro natürlich auch für Komödienstoffe, wie „Meine Braut, ihr Vater und ich“ und den Nachfolger „Mein Frau, ihre Schwiegereltern und ich“ während Al Pacino sich als Regisseur und Hauptdarsteller eher an ambitioniertem Kunstkino wie der Shakespeare-Schnitzeljagd „Looking for Richard“ versuchte.
Bis 1995 sind sich die beiden konsequent aus dem Weg gegangen. Michael Mann brachte sie dann in „Heat“ zusammen – aber auch nicht richtig, denn nur für einen kurzen Moment sind sie beide gleichzeitig auf der Leinwand zu sehen. Regisseur Jon Avnet beendete dieses Um-den-heißen-Brei-herumschleichen dann 2008. „Righteous Kill – Kurzer Prozess“ heißt der wenig erinnerungswürdige Streifen, in dem die beiden Seite an Seite einem poetisch veranlagten Serienmörder nachhecheln.
Wer von den beiden eigentlich das Sagen hat(te, denn De Niro zieht sich schon seit längerem in selbstironische Komödien zurück), definiert sich auch über die Synchronsprecher. Während für Pacino mal Frank Glaubrecht, mal Lutz Mackensy und dann wieder Gottfried Kramer ans Mikro durfte, hat sich bei De Niro eine Stimme, ach was: DIE STIMME, „the voice“ Christian Brückner etabliert. (Aber das auch nur fast ausschließlich, denn den Ausrutscher mit Rolf Zacher in „Mean Streets“ (dt. „Hexenkessel“, 1973) wollen wir ihm hier mal großzügig nachsehen und auf damalige Geschmacksverirrungen schieben). Und hier schließt sich der Kreis: Ein Schauspieler, der ein Schnitzel spielt, synchronisiert von einem Sprecher, dem man selbst die packende Interpretation eines Telefonbuchs zutraut: Was könnte es in der Filmwelt größeres geben?
[wog]
4 Kommentare to Al Pacino | Robert De Niro
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DeNiro, ganz klar. Pacino halte ich für völlig überbewertet. Hatte ein paar sehr gute Rollen in einigen außergewöhnlich guten Filmen, aber jetzt sollte er sich langsam in die Rente begeben.
Schaut euch “Der Duft der Frauen” an und ihr wisst Al Pacino ist der beste….
Robert de Niro ist ohne Zweifel ein großartiger Schauspieler, der seine schauspielerische Extraklasse in Filmen wie Taxidriver, Casino, Es war einmal in Amerika, etc. etliche Male unter Beweis gestellt hat.
Dies ändert jedoch nichts an dem Umstand, dass Al Pacino der größte Schauspieler unserer Zeit ist (anders als hier unterstellt ist körperliche Größe nicht alles!). Seine Rollen in The Godfather, Scarface und nicht zuletzt in The Scent of a Woman lassen keinen Raum für eine ernstzunehmende Gegenauffassung.
Wer dagegen tatsächlich behauptet, dass de Niros – durchaus lobenswerter – Ausflug ins Komödienfach Pacinos Leidenschaft und Können für das klassische Theater und seine spezielle Vorliebe für Shakespeare übertrifft, der sollte sich grundsätzliche Gedanken über sein cineastische Kompetenz machen oder – noch besser – sich einfach mal Pacino als Shylock im Kaufmann von Venedig anschauen.
Danach sollte der Rest nur noch Stille sein…
Gofmann sagt, Robert de Niro ist der Hero!