Beavis | Butt-Head


Fernsehen

Beavis
Butt-Head

Loading ... Loading ...

Abgegebene Stimmen: 106
Beginn der Abstimmung: 31.8.2009, 07:00 Uhr
Ende der Abstimmung: - offen -


„Zwei Comicm?nnchen im Achtkl??ler-Outfit, der eine feist und struppig, der andere fett und glatt, sitzen auf einem Sofa und schauen sich die schlechtesten Musikvideos der Woche an. […] Sie sind usual white scum, gew?hnlicher wei?er Abschaum, und ihr Alltag ist so nervt?tend banal wie der von Millionen frecher, verdorbener amerikanischer Schulkinder auch.
Aber Beavis und Butt-Head haben eine Besonderheit […]: Das ist ihr Lachen. Kein lockeres Hahaha, sondern ein heiseres Hecheln […]: Hehehehe. Es ist der Ausdruck des Ausdruckslosen, der Signalton der absoluten Gleichg?ltigkeit im Angesicht des ?den und Schrecklichen. Mittlerweile h?rt man ihn auch bei uns immer ?fter in Bussen und Bahnen und auf der Stra?e. Das Lachen von Beavis und Butt-Head hat Schule gemacht.“ [Die ZEIT 44/1994]

So begr??te das Intellektuellenblatt „Die ZEIT“ Mike Judges Comicfiguren im deutschen Fernsehen und zog eine Parallele zu den im selben Jahr erschienenen Filmen „Natural Born Killers“ und „Pulp Fiction“, die seinerzeit ihrer Gewaltdarstellung wegen heftig in der Diskussion standen. Beavis & Butt-Head – so „Die ZEIT“ – seien die idealen Zuschauer dieser Filme: Sie stellten keine Fragen, sie konsumierten lediglich „einen ?berlangen Videoclip“, ein „Action-painting ?ber Gewalt und Fernsehen, das am Ende nicht mehr wei?, auf welcher Seite es steht“.

Als sie dann selber einen Film machen, sind sie zu Gast bei David Letterman – ein Besuch, der ?brigens ebenfalls gewaltt?tig endet.

[direkt]

Nur drei Jahre sp?ter, Beavis und Butt-Head wurden wegen sinkender Einschaltquoten wieder abgesetzt, ver?ffentlichte „Die ZEIT“ folgenden Abgesang:

„Beavis und Butthead, das waren zwei h??liche Jungs, die von M?dchen keine Ahnung hatten und ihre Zeit damit verbrachten, auf einer Couch zu sitzen und sich Musikvideos anzusehen […] Beavis und Butthead waren die letzten Subversiven in der Welt der politischen Korrektheit, ihr Ha? und ihre Verachtung waren ?berall. […] Ihre Kunst war die Kunst des Weglassens: Mode und Stil waren ihnen egal, sie trugen immer die gleichen T-Shirts ihr Wortschatz war reduziert auf das N?tigste, und die ?u?erungen der beiden zu den Musikvideos, die sie sich ansahen, ?bertrafen in Klarheit und Sch?rfe oft die Kritik von Marcel Reich-Ranicki im „Literarischen Quartett“.

In der letzten Folge der Serie brennen Beavis und Butthead w?hrend der Arbeit das Restaurant „Burger World“ nieder, den Hohen Tempel des amerikanischen Kapitalismus, und der Philosoph Albert Camus, ebenfalls ein Meister der Klarsicht, h?tte den beiden die H?nde gesch?ttelt und ihnen gratuliert, denn Beavis und Butthead waren zwei Menschen in der Revolte. [Die ZEIT 50/1997]

Wer hatte sich zwischen den beiden Artikeln ver?ndert? Beavis und Butt-Head? „Die ZEIT“? Die Umst?nde, unter denen Beavis und Butt-Head sieben Jahre sp?ter wieder aus der Versenkung auftauchen, beweisen nur, dass sich die Zeiten ?ndern – und wir uns mit Ihnen. Aber das wussten auch schon die alten R?mer: „Tempora mutantur nos et mutamur in illis.“

Tags: , , , , ,

Montag, August 31st, 2009 Fernsehen
 

Nächstes WIDL am Mo, 31.8.2015:

Unvereinpaar?

Vorschläge für weitere WIDLs? Einfach per E-Mail oder Formular abgeben.

WIDL twittert unter @weristdirlieber

WIDL liken und plussen

Kategorien

Archiv