Der wei├če Hai | Moby Dick


Film Literatur

Der wei├če Hai
Moby Dick

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Beginn der Abstimmung: 12.7.2010, 07:00 Uhr
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Bis ins fr├╝he zwanzigste Jahrhundert waren Haie in der ├Âffentlichen Wahrnehmung praktisch nicht vorhanden oder wurden einfach als gro├če, harmlose Fische angesehen. Diese Betrachtungsweise ├Ąnderte sich auf dramatische Weise in der Zeit vom 1. bis 12. Juli 1916, als kurz hintereinander mehrere Menschen an der K├╝ste New Jerseys durch Angriffe von Fischen zu Tode kamen.

New York Times vom Freitag, den 7. Juli 1916
Hai t├Âtet Badegast an der K├╝ste von Jersey.
Einem Jugendlichem, der in Spring Lake hinter der Rettungslinie schwamm, wurden beide Beine abgebissen. Rettungsschwimmer konnten ihn nur noch sterbend bergen. Frauen wurden von Panik erfasst, als der verst├╝mmelte K├Ârper des Hotelangestellten an Land gebracht wurde. Hunderte von M├Ąnnern und Frauen und viele Kinder waren an diesem Nachmittag am Strand, als ein Schwimmer – weit au├čerhalb der Rettungslinie – um Hilfe rief. Die Rettungsschwimmer George White und Chris Anderson, die den Schwimmer wegen der gro├čen Entfernung zum Strand genau beobachtet hatten, starteten sofort mit dem Boot, um dem Rufenden zu Hilfe zu eilen, w├Ąhrend die Menge am Strand ├Ąngstlich gespannt zuschaute.*

Bereits zuvor, am 1. Juli, war ein Badegast zu Tode gekommen. Da diese Geschichte selbst von den Medien nicht ernst genommen wurde, begann erst mit dem Angriff vom 6. Juli der Hype um die „Menschenfresser“.

New York Times vom Samstag, 8. Juli 1916
Haiwachen im Strandgebiet
Wegen des mutma├člichen Menschenfressers, der bei Spring Lake einen Schwimmer t├Âtete, wurden nun Drahtnetze gespannt. Ein Seemann erkl├Ąrte, wie man den Angriff gro├čer Fische verhindert: „Mit den H├Ąnden ins Wasser klatschen und schreien hilft“, erkl├Ąrte er. Der Tod von Charles Bruder durch einen Haiangriff am Donnerstag bei Spring Lake, New Jersey, war gestern ├╝berall entlang der K├╝ste von New Jersey und an den Badestr├Ąnden das Tagesgespr├Ąch. Rund um Spring Lake f├╝rchteten sich die Menschen davor, allzuweit vom Ufer entfernt zu schwimmen, f├╝r andere Str├Ąnde galt dies aber nicht.

Denn richtig gruselig wurde es tats├Ąchlich erst, als der erste Angriff in S├╝├čwasser stattfand – am Matawan Creek, heute vor 94 Jahren.

New York Times vom Donnerstag, 13. Juli 1916
Hai t├Âtet zwei Badende bei New York und verletzt einen weiteren
Der Hai war aus der Raritan Bay gekommen und fand zehn Meilen vom Meer entfernt in einem kleinen Flusslauf seine Opfer. Ein Junge wurde an H├╝fte und Knie schwer verletzt, ein anderer von einem Monsterfisch unter Wasser gezogen, wo er ertrank. Ein Dritter wurde zweimal ins Bein gebissen. Dabei wurden zweimal Haiwarnungen missachtet, nachdem der Menschenfresser im Matawan Creek gesehen wurde.

Nach diesen Vorf├Ąllen wurde die bis dahin herrschende wissenschaftliche Meinung, Haie w├╝rden keine Menschen angreifen, zwar revidiert werden. Dennoch blieb sie im Wesentlichen bis heute bei der Linie, dass Haie ├╝blicherweise ungef├Ąhrlich sind. Die ├Âffentliche Wahrnehmung von Haien jedoch hatte sich ver├Ąndert und allersp├Ątestens durch Steven Spielbergs 1975er-Blockbuster „Der wei├če Hai“, der auf die Vorf├Ąlle von 1916 Bezug nahm, nachhaltig negativ gepr├Ągt. Obwohl j├Ąhrlich nur etwa zehn Menschen in Folge von Haiangriffen sterben, gelten die Tiere weithin als kaltbl├╝tige Killer und Menschenfresser.

Richtig ist hingegen das Gegenteil: Der Mensch ist die gr├Â├čte Bedrohung f├╝r die Haie. Von rund 500 Arten sind etwa 70 durch ├╝berm├Ą├čige Befischung in ihrem Bestand bedroht. Je nach Sch├Ątzung sterben jedes Jahr zwischen 40 und 120 Millionen Tiere, viele davon lediglich, weil Haifischflossensuppe als exklusive Delikatesse und mitunter auch als Aphrodisiakum gilt.** Mahlzeit!

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* Die Originalartikel, die von Richard Arthur Norton dokumentiert wurden, sind von mir so lausig, wie es mein Englisch eben zul├Ąsst, ├╝bersetzt. Sorry daf├╝r. Zur Wiedergutmachung haben wir bei unseren Specials ein Original-WIDL-Wei├čer-Hai-Filmposter anzubieten.
** Das einzig Gute daran: Weil Haie am Ende der (tierischen) Nahrungskette stehen, lagern sie dementsprechend viele Schadstoffe im Organismus ein, insbesondere Quecksilber. H├Ąufiger Verzehr von Haiprodukten stellt daher ein Gesundheitsrisiko dar.

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Montag, Juli 12th, 2010 Film, Literatur
 

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