Caesar | Cleopatra


Geschichte

Caesar
Cleopatra

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Abgegebene Stimmen: 155
Beginn der Abstimmung: 2.8.2010, 07:00 Uhr
Ende der Abstimmung: - offen -


Warum ist heute eigentlich der 2. August?
Und wer ist dafĂŒr verantwortlich?
WIDL geht auf Spurensuche.

„August“ heißt der Monat nach dem römischen Kaiser Augustus, der auch mal einen Monat nach sich nennen wollte. Witzigerweise hieß auch Augustus anders, bevor er Kaiser wurde, nĂ€mlich Octavian. Und Kaiser hieß er, weil sein VorgĂ€nger Gaius Julius „Caesar“ (zu dt. Kaiser) war. Der wiederum hatte den Juli nach sich benennen lassen. Die Mode, Monate nach Kaisernamen zu benennen, war glĂŒcklicherweise schnell vorbei. Man mag sich nicht ausmalen, was das gegeben hĂ€tte: Der erste Mai hieße 1. Wilhelm, der Rosenmontag lĂ€ge im Monat Otto und Heiligabend wĂ€re am 24. Valentin.

Gaius Iulius Caesar (Quelle: Wikipedia)

Gaius Iulius Caesar (Quelle: Wikipedia)

Aber zurĂŒck zum 2. August. Der könnte genauso gut 2. Marcus heißen, denn nach Julius Caesars Tod 44 v. Chr. war einige Zeit nicht klar, wer denn sein Nachfolger werden wĂŒrde. Mit im Topf war Marcus Antonius, der zusammen mit Octavian zum zweiten Triumvirat gehörte und nach den ĂŒblichen Meinungsverschiedenheiten zwischen Politikern erst bei der Schlacht bei Actium (31 v. Chr.) diesem endgĂŒltig unterlag – gemeinsam mit seiner Geliebten, der ptolemĂ€ischen Königin und Pharaonin Kleopatra* VII. Aber das ist eine andere Geschichte und wurde anderswo schon hĂŒbsch erzĂ€hlt.

Wichtig fĂŒr unsere Ausgangsfrage ist indes ein anderes Detail der Geschichte. Kleopatras wegen ist der 2. August nĂ€mlich eigentlich der 20. Mai. Denn vor Marcus Antonius hatte sie mit Gaius Julius Caesar nicht nur einen anderen mĂ€chtigen Römer betört, sie hatte ihn zudem mit den Ă€gyptischen Astronomen Acoreus und Sosigenes aus Alexandria bekannt gemacht. Bekanntermaßen inspirierten ihn diese beiden zu seiner (dringend notwendigen) Kalenderreform; Sosigenes war sogar Leiter des Ausschusses, der diese Reform ausarbeitete – und damit mitverantwortlich fĂŒr unser heutiges Kalendersystem, das seitdem nur noch eine grĂ¶ĂŸere Korrektur erfuhr.

Kleopatra VII. (Quelle: Wikipedia)

Kleopatra VII. (Quelle: Wikipedia)

Wie aber konnte Kleopatra einen solchen Einfluss auf Julius Caesar ausĂŒben? Wann genau verliebte er sich in sie? Unter welchen UmstĂ€nden? Die Geschichte schrieb dazu folgenden Geschichte:

Julius Caesars besiegte 48 v.Chr. in der Schlacht von Pharsalos seinen stĂ€rksten innenpolitischen Widersacher und ehemaligen Triumvirats-Kollegen (man sieht: Geschichte wiederholt sich!) Gnaeus Pompeius Magnus, der anschließend nach Ägypten floh und dort ermordet wurde. Caesar, der damit kurz vor der Alleinherrschaft in Rom stand, war ihm dorthin gefolgt und beschloss – da er nun schon einmal da war – auch die MachtverhĂ€ltnisse in Ägypten zu klĂ€ren, wo Kleopatra und ihr Bruder Ptolemaios XIII. um die PharaonenwĂŒrde stritten.

Ptolemaios wollte ein Zusammentreffen von Caesar und Kleopatra unbedingt verhindern und ließ dessen Palast in Alexandria bewachen. Kleopatra aber gelang es, mithilfe eines sizilianischen Dieners und eines Ruderbootes die Wachen zu ĂŒberlisten und gelangte, in einen Teppich (oder einen Bettsack, darĂŒber gibt es so eine Art Historikerstreit) eingewickelt, auf dessen Schultern in Caesars Palast. Dies beeindruckte Caesar so sehr, dass er sich – ratzfatz! – in Kleopatra verliebte. Danach nahm die Weltgeschichte ihren Lauf und wurde atemloser. Caesar reiste weiter nach Kleinasien, wo er heute vor 2057 Jahren den bosporanischen König Pharnakes II. bei der Schlacht von Zela schlug, „veni, vidi, vici“ sagte (was ihm auch bei Sprachwissenschaftlern Respekt verschaffte**), wurde Diktator und ermordet.

Damit ist der eigentlich Verantwortliche fĂŒr das heutige Datum endgĂŒltig ausgemacht: Apollodoros hieß der Diener, der Kleopatra und damit ein StĂŒck Weltgeschichte geschultert hatte. Wir schlagen daher vor, ihm den 2. August zu widmen. Oder alternativ den doofen Monatsnamen April durch „Apoll“ zu ersetzen. Dann heißt es kĂŒnftig nimmer: „April, April, der macht, was er will!“ Sondern: „Apoll, Apoll, der macht, was er soll!“

Wer bessere VorschlĂ€ge hat, möge sie in den Kommentaren kundtun oder fĂŒr immer schweigen.
_____
* Hier in der eingedeutschten Schreibweise.
** „Mit der elegant formulierten alliterierenden Klimax dreier asyndetischer Zweisilber (eines Trikolons), dazu einem Homoioteleuton (dreimal gleiche Endsilbe) unterstreicht er höchst eindrucksvoll, wie leicht, schnell und vernichtend er Pharnakes geschlagen hat.“ (Wikipedia)

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Montag, August 2nd, 2010 Geschichte

1 Kommentar to Caesar | Cleopatra

  1. Apoll, Apoll finde ich jut.. toll! ^^ Sehr schöne Hintergrundgeschichte und auch gut erzÀhlt : D

  2. sagte Katha am August 2nd, 2010
 

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