Buck Rogers | Flash Gordon


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Buck Rogers
Flash Gordon

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Buster Crabbe war der einzige Schauspieler, der alle drei Tophelden der Comic-Helden der 30er Jahre verkörperte: Buck Rogers, Flash Gordon – und Tarzan. Der „King of Serials“ spielte in ĂĽber 100 Filmen auch Billy the Kid und andere Western-Legenden. Wichtigste Einstellungsvoraussetzung fĂĽr diese Besetzungen: Er war Olympiasieger, hielt 35 nationale Rekorde und 16 Weltrekorde. Im Schwimmen.

Vom Schwimmen zum Film

Clarence Linden „Buster“ Crabbe wurde am 7. Februar 1908 im kalifornischen Oakland geboren. Als er 18 Monate alt war, zog seine Familie nach Hawaii, wo sein Vater die Stelle eines Aufsehers auf einer Ananasplantage ĂĽbernahm. Dort lernte der kleine Buster das Schwimmen unter idealen Bedingungen und mit einem groĂźen Vorbild: Duke Kahanamoku war nicht nur der BegrĂĽnder des modernen Wellenreitens, sondern auch mehrfacher Olympiasieger im Schwimmen.

1927 kehrte Crabbe aufs Festland zurück, um an der University of Southern California in Los Angeles Jura zu studieren. Wegen seiner Erfolge für die Hochschulmannschaft wurde er 1928 für die Olympiade in Amsterdam nominiert. Während sein Mannschaftskollege Johnny Weissmüller zweimal Gold erschwamm, reichte es für Crabbe „nur“ zur Bronzemedaille über 1.500 Meter Freistil.

Beide liebäugelten mit dem Film, und als MGM 1931 fĂĽr ihren ersten Tarzanfilm einen schwimmfähigen Sportstar suchte, wurde Crabbe, der damals als Statist beim John-Wayne-Film „That’s My Boy“ mitwirkte, angeschaut und gleich wieder aussortiert. Den Job bekam Johnny WeissmĂĽller, der von da ab 16 Jahre lang in 12 Tarzanfilmen den jodelnden Dschungelmuskelprotz gab.

Buster Crabbe schloss 1931 die Uni ab, blieb aber sportlich aktiv. Die nächsten Olympischen Sommerspiele fanden dann praktisch vor seiner Haustüre statt: 1932 in Los Angeles. Über seine Leib- und Magenstrecke 400 Meter Freistil lieferte sich Crabbe ein packendes Duell mit dem französischen Weltrekordhalter Jean Taris. Der führte nämlich von Anfang an, aber Crabbe schloss etwa 25 Meter vor dem Ziel zu ihm auf und schlug den Franzosen um eine Zehntelsekunde. Sein Sieg sollte auch die einzige US-Goldmedaille bei den männlichen Schwimmern dieser Olympiade bleiben (alle anderen Goldmedaillen gingen an Japan).

Crabbe erzählte später sehr hellsichtig: „Diese Zehntelsekunde änderte mein Leben: Genau in diesem Moment entdeckten die Hollywood-Produzenten meine schauspielerischen Fähigkeiten.“ Paramount war es diesmal, und sie engagierten den frischgebackenen Olympiasieger für „Kaspa, the Lion Man“ (dt. „Abenteuer in zwei Erdteilen“) nach einem Buch, das keinen Hehl daraus machte, dass hier eine Tarzankopie vorlag. Tarzanfilme waren eben in. Die Werbung für den Film betonte extra Crabbes frischen Olympiasieg, um eine Rivalität zu Weissmüller zu suggerieren und die Kinokassen lauter klingeln zu lassen.

Der Film erschien 1933, dem Jahr, in dem Buster Crabbe seine College-Liebe Adah Virginia Held heiratete. Gleichzeitig gab er sich selbst ein weiteres Jahr, um zu sehen, ob er als Schauspieler erfolgreich sein wĂĽrde. Andernfalls wollte er weiter Jura studieren.

Dies sollte der Beginn einer über 50-jährigen Film-Karriere werden, denn tatsächlich erhielt er noch im selben Jahr mit „Tarzan the Fearless“ die erste (und einzige) „echte“ Tarzanrolle und schrieb sich als siebter in die ewige Liste der Tarzandarsteller ein. Weissmüller konnte er damit aber nicht den Rang ablaufen. Publikum wie Kritik lehnten die Low-Budget-Produktion ab.

Der Film wurde sowohl als Serial als auch als Spielfilm aufgenommen. Als das Serial herauskam, zeigten die meisten Filmtheater lediglich die erste Folge und verzichteten dann auf die weiteren. Da keine Kopien archiviert wurden, existiert heute nur noch die Langversion des Films.

Crabbe spielte offenbar alles, was ihm angeboten wurde, ob Action-, Abenteuer- Sport-, Liebesfilme, Musicals, Komödien oder Krimis. Bis 1946 drehte er bis zu neun Filme pro Jahr, insgesamt wurden es über 100, davon 54 Western.

Flash Gordon und Buck Rogers

1936 wurde ein Schauspieler für die Titelrolle von „Flash Gordon“ gesucht, des ersten echten Science-Fiction-Serials. Buster Crabbe glaubte, die Idee sei zu abgefahren für das Kinopublikum und würde floppen. Er mochte jedoch den Comicstrip und ging zum Casting bei Universal, um zu sehen, wer die Rolle spielen würde. Als ihn der Produzent Henry MacRae dort sah, ging er auf ihn zu und bot ihm die Rolle auf der Stelle an. Wie sich herausstellte, hatte MacRae einige von Crabbes Filmen gesehen und ihn als Wunschkandidaten auserkoren, dachte aber, dass Paramount, bei der Crabbe unter Vertrag stand, ihn nicht freigeben würde.

Bild: kndynt2099

Buster Crabbe am Set von Flash Gordon. (Bild: kndynt2099)

Der Deal kam jedoch zustande und Buster Crabbe drehte nicht nur das sehr erfolgreiche Initial-Serial „Flash Gordon“, sondern kämpfte auch in den Folgefilmen „Flash Gordon’s Trip to Mars“ (1938) und „Flash Gordon Conquers the Universe“ (1940) gegen Ming den Grausamen. Um dem Comichelden Flash Gordon möglichst ähnlich zu sehen, musste Crabbe sich die Haare färben. Das machte ihn sehr verlegen und in der Ă–ffentlichkeit trug er stets einen Hut. Er hatte Angst davor, dass ihm Männer nachpfiffen.

Als mit „Buck Rogers“ 1939 auch der andere erfolgreiche Science-Fiction-Comic der 30er Jahre verfilmt werden sollte, gab es aus Sicht der Produktionsfirma nur einen würdigen Titel-Darsteller: Buster Crabbe. Vielleicht lag es aber auch daran, dass Crabbe einfach günstiger als andere Schauspieler war, denn auch an diesem Serial wurde vorne und hinten gespart. Recycelt wurden etwa Hintergrundaufnahmen aus dem futuristischen Musical „Just Imagine“ (1930), Dekorationen aus „Flash Gordon“ und selbst Kleidungsstücke, die im Jahr zuvor noch bei Flash Gordons Marsreise zu sehen waren.

Western, Swimmingpools und Fernsehen

Von 1941 bis 1946 drehte Buster Crabbe – gelegentlich auch unter dem Namen „Larry Crabbe“ – fĂĽr die B-Movie-Produktionsfirma Producers Releasing Corporation (PRC) an die 40 Western, oft in der Rolle von Billy the Kid oder Billy Carson. In diesen Low-Budget-Produktionen (IMDb betont an dieser Stelle „VERY low-budget“ – seine Gage fĂĽr „Prairie Rustlers“ (1945) z.B. betrug 3.000 Dollar) war sein Sidekick Al „Fuzzy“ St. John, der schon auf eine lange Karriere als Stummfilm-Komiker zurĂĽckblicken konnte. Buster Crabbe erinnert sich an seinen letzten PRC-Film, „Outlaws of the Plains“:

„If you can believe it, we started my last movie for PRC on Monday and had it in the can on Thursday! That’s when I decided I’d had enough and quit. I went in and told them I was through. They didn’t even bat an eye. The next thing I knew they replaced me with Lash La Rue.“

Danach hatte Buster Crabbe von Western erst einmal die Nase voll. Er drehte weniger Filme und begann, seine eigene Swimmingpool-Firma aufzubauen. Daneben tourte er fĂĽnf Jahre lang mit einer Show namens „Buster Crabbe’s Aquaparade“ durch Amerika und Europa. 1950 spielte er erstmals zusammen mit Johnny WeissmĂĽller in „Die Dschungelgöttin“. Dabei war WeissmĂĽller der Held, Crabbe mimte den Bösewicht.

Buster Crabbes Stern auf dem Hollywood Walk of Fame (Bild: kndynt2099)

Buster Crabbes Stern auf dem Hollywood Walk of Fame (Bild: kndynt2099)

Anfang der FĂĽnfziger Jahre war die groĂźe Zeit der B-Movies zu Ende und das Fernsehen trat auf den Plan. Buster Crabbe erhielt eine eigene Fernseh-Show, die auf Kinder ausgerichtet war und später in „Buster’s Buddies“ umbenannt wurde. Erfolgreicher war er jedoch mit der Titelrolle in der Serie „Captain Galliant of the Foreign Legion“ (1955-57). Mit von der Partie war auch sein Sohn Cullen.

1957 starb Crabbes Tochter Sande an Anorexie, einer Krankheit, die erst 1983 mit dem Tod der Sängerin Karen Carpenter ins öffentliche Bewusstsein rücken sollte. Er beschäftigte sich nun zunehmend mit dem Swimmingpool-Geschäft, dessen Produkte in über 28 Ländern vertrieben wurden. Parallel dazu betrieb er ein Sommercamp für Jugendliche, bei dem das Schwimmen im Vordergrund stand und stets mindestens ein Schwimmlehrer aus Hawaii zugegen war.

1965 wurde Buster Crabbe in die Ruhmeshalle des internationalen Schwimmsports aufgenommen, 1970 war er Ehrengast bei der Science-Fiction-Tagung „Multicon 70“ in Oklahoma City. Seinen letzten Weltrekord erschwamm er 1971 in der Altersklasse Ü60 über 400 Meter Freistil. 1979 spielte er in der Neuauflage eines Buck-Rogers-Films einen betagten Piloten namens „Gordon“, natürlich eine Anspielung auf seine Paraderolle „Flash Gordon“.

Am 23. April 1983, zehn Tage nach seiner Goldenen Hochzeit starb Buster Crabbe an einem Herzinfarkt. Buck Rogers, Flash Gordon und Tarzan waren gemeinsam ĂĽber einen Papierkorb gestolpert.

Fast 30 Jahre später schrieb ein anonymer Besucher seines Grabes ins Internet: „I watched you on Saturday mornings, then rushed to the garage to build a rocket ship and a ray gun. Mine never worked as well as yours, though.“ Buster Crabbe scheint unvergessen.

Quellen:
http://www.imdb.com/name/nm0185568/
http://en.wikipedia.org/wiki/Buster_Crabbe
http://en.wikipedia.org/wiki/Buck_Rogers_%28serial%29
http://en.wikipedia.org/wiki/Flash_Gordon_%28serial%29
http://www.allrovi.com/name/p15518
http://www.briansdriveintheater.com/bustercrabbe.html
http://www.b-westerns.com/crabbe.htm (mit unfassbar vielen Informationen)
http://www.searchmytrash.com/articles/bustercrabbe%288-06%29.shtml
http://www.hollywoodcultmovies.com/html/buster_crabbe.html

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Montag, August 22nd, 2011 Comic, Fernsehen, Film
 

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