Joan Baez | Bob Dylan


Musik

Joan Baez
Bob Dylan

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Abgegebene Stimmen: 72
Beginn der Abstimmung: 9.1.2012, 08:00 Uhr
Ende der Abstimmung: - offen -


Günter Schneidewind: Der große SchneidewindGünter Schneidewind: Der Große Schneidewind. Rock- und Popgeschichten. Tübingen (Klöpfer und Meyer) 2012. Mit beigefügter CD.

Günter Schneidewind wurde 1953 in der DDR geboren. Neben seiner Tätigkeit als Deutsch- und Englischlehrer war er Moderator beim Ostberliner Jugendsender DT64. Nach einer Gastmoderation für die erste “deutsch-deutsche Hitparade” beim damaligen SDR in Stuttgart ist er seit über 20 Jahren freier Mitarbeiter beim SWR. Er interviewte unzählige Musiker aus Pop und Rock und wird wegen seines umfangreichen Musik-Wissens von den Kollegen “Der Große Schneidewind” genannt. Genau so heißt auch sein eben erschienenes Buch, in dem er von diesen Gesprächen erzählt.

Hymnisch lobt die Lokalzeitung das Werk, verspricht Blicke hinter die Kulissen und Geschichten wie die von Brian May, der mit seinem “Busle” das komplette SWR-Studio blockiert. “Her muss das”, denke ich und lasse 25 Euro im Buchladen liegen. Hübscherweise passt bereits das zweite Interview bestens in den WIDL-Plan: Das mit Joan Baez, der “Ikone der Folk- und Protestsongbewegung”.

Schneidewind trifft Baez 2007 in Coventry. Sie sitzen auf einem fleckigen Sofa hinter der Bühne auf dem Campus der Universität und es ist kalt. Baez sieht aus wie “die reifere Lily Palmer”. Sie unterhalten sich über Schulübungen für den Atomkrieg, wie man in einem amerikanischen Gefängnis acht Pfund schwerer wird, ob man George Bush einen Terroristen nennen darf und dass es nicht so schlimm ist, einen Grammy zu gewinnen. Schneidewind erzählt vom uneinsichtigen Tourmanager, der nur 10 Minuten Interview gewähren will, und wie Baez mit einer abwehrenden Handbewegung die Zeit verlängert. Sie reden darüber, wie Kinder die eigene Welt verändern und dass Baez eher Barack Obama als Hillary Clinton wählen würde. Ob sie für Al Gore und den Klimaschutz auftreten würde? Klar, wie damals für Bob Geldof und Live Aid. “Bei Live Aid gab es nur ein Risiko: nicht gefragt zu werden, ob man dabei sein würde.”

Und die ganze Zeit wartet man darauf, dass irgend etwas nicht Banales gesagt würde. Oder wenigstens George Bush reingestürmt käme und eine Handgranate würfe.

Empfehlung: 25 Euro sparen.

PS: Joan Baez wird heute 71. Bob Dylan am 24. Mai. Aber das wisst ihr ja schon.
PPS: Nachtrag 9.1. (gerade eben erst entdeckt): Joan Baez kommt dieses Jahr nach Deutschland. 2.6. Köln, 5.6. Salem, 7.6. Dresden, 8.6. Benediktbeuern, 10.6. Stuttgart, 11.6. München.

Besucherinnen und Besucher, die in Newport mitsangen, waren auch
Simon | Garfunkel – im Central Park bekifft
Dennis Hopper | Peter Fonda – fünfmal in Easy Rider
The Beatles | The Rolling Stones – in Altamont Ordner
Janis Joplin | Jimi Hendrix – in Woodstock schlammbedeckt

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Montag, Januar 9th, 2012 Musik

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