John Wayne | Clint Eastwood


Film

John Wayne
Clint Eastwood

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Abgegebene Stimmen: 164
Beginn der Abstimmung: 31.5.2010, 07:00 Uhr
Ende der Abstimmung: - offen -


Am Ende war es der Magenkrebs, der dem Western-Mythos Wayne das Licht ausgeblasen hat. Dabei wurde dem „Duke” doch mitten im Dreh für seinen 199. Film (Eigenaussage Wayne hier) Lungenkrebs attestiert. Ein harter Schlag für den Kettenraucher mit dem schwankenden, aber nicht unerotischen Gang eines Reiters nach fünf Tagen im Sattel. Der vierschrötige Ex-Footballspieler ließ sich das baseballgroße Krebsgeschwulst samt linker Lunge entfernen, aber nicht beirren. Die fünf bis sechs Schachteln täglich vor der Krebs-Diagnose ersetzte der cowboyigste aller Cowboys trotz seines Engagements für Vorsorgeuntersuchungen später durch Kautabak und Zigarren.

Eben die hasste der überzeugte Nichtraucher Clint Eastwood Zeit seines Lebens. Trotzdem hingen die Zigarillos besonders in der Spaghetti-Western-Trilogie von 1964-1966 („Für eine Handvoll Dollar”, „Für ein paar Dollar mehr” und „Zwei glorreiche Halunken”) wie reingedübelt in seinem Mundwinkel. Dass das dennoch immer enorm lässig aussah, beweist allein, wer hier der bessere Schauspieler ist. Mit John Wayne als gradlinigem Vertreter des „true american spirit” kam Clint Eastwood nicht so oft zusammen. Der 27 Jahre jüngere Eastwood wollte ihn zwar für seine erste Regie-Arbeit „Fremder ohne Namen” (1973) haben und bot ihm eine Rolle an. In einem revisionistisch-geisterhaften Film über die Bewohner einer Kleinstadt, die einen Revolverhelden anheuern, um sie vor einer fiesen Bande zu retten, wollte der aber nicht mitspielen: „The townspeople did not represent the true spirit of the American pioneer, the spirit that made America great”, erklärte Wayne.

Vielleicht war das aber auch nur eine Retourkutsche, weil Wayne 1970 die Rolle des Harry Callahan in „Dirty Harry” haben wollte. Mit 63 war er Warner Bros. aber zu alt dafür – Eastwood durfte den harten Knochen spielen und wurde dafür bei der Oscar-Verleihung 1971 von Feministinnen mit Plakaten begrüßt, die da verkündeten „Dirty Harry ist ein dreckiges Schwein”.

Ansonsten viele Gegensätze: Eastwood, der mit „Unforgiven” sein Talent als großer Bestatter des Westernmythos bewies und sich gar für so rührselige Romanzen wie „Die Brücken am Fluss” (1995) hergab und seither gerne den ruppigen, aber dennoch herzlichen Grummler spielt („Million Dollar Baby”, „Gran Torino”). Während Wayne bereits die Krise bekam, als Gary Cooper in „Zwölf Uhr Mittags“ weinte: Echte Jungs machen so was doch nicht.

Echte Jungs werden aber in der Republikaner-Hochburg Orange County beerdigt beerdigt – nach der Konversion zum Katholizismus auf dem Sterbebett. Echten Jungs widmen andere echte Jungs auch mal einen vier Meilen vom Grab entfernten Flughafen.

Und Eastwood? Der wird alt und älter, macht Yoga und noch mehr Filme, kritisiert Hillary Clinton für einen Entenjagd-Pressetermin („The poor duck, what the hell did she do that for? I just don’t like killing creatures. Unless they’re trying to kill me. Then that would be fine.”) Und wünscht sogar Barack Obama viel Glück.

Wir hingegen gratulieren Dirty Harry zum Achtzigsten!

[wog]

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Montag, Mai 31st, 2010 Film

5 Comments to John Wayne | Clint Eastwood

  1. Diesmal ein klares „weder | noch“ meinerseits! :P
    VLG

  2. sagte Thorsten am Mai 31st, 2010
  3. Make my Day. Happy Birthday Clint Eastwood!!

  4. sagte Steffine am Mai 31st, 2010
  5. Auf jeden Fall Eastwood. Nicht, das Wayne ’n schlechter gewesen wäre, aber Eastwood ist einfach für die Ewigkeit ;)

  6. sagte ChristiansFoyer am Mai 31st, 2010
  7. Stimmt so nicht ganz was ihr da schreibt. Wayne lehnt eine Zusammenarbeit mit Eastwood ab nachdem er High Plains Drifter gesehen hatte und Gary Cooper bzw. generell High Noon kritisierte er für das Wegwerfen des Sherrifsterns. (Wo soll Gary Cooper denn geweint haben?) Zur Abstimmung: Beide sind Legende (und ihr seit Pfeifen).

  8. sagte Westernfan am Januar 13th, 2011
  9. Die Pfeifen bedanken sich beim Westernfan für den profunden Verbesserungsvorschlag. Fürs schlechte Abschneiden von John Wayne bei der Abstimmung können wir aber nichts.

  10. sagte uli am Januar 14th, 2011
 

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