Kurt Cobain | Courtney Love
Beginn der Abstimmung: 20.2.2012, 08:00 Uhr
Ende der Abstimmung: - offen -
Heute wäre Kurt Cobain 45 Jahre alt geworden. Hätte er sich nicht am 5. April 1994 jene dreifache Überdosis Heroin gesetzt und jenen Kopfschuss mit einer Browning Auto-5 verpasst. Hätte er dies nicht getan, dann wäre er nicht Mitglied im 27 Club geworden. Doch hätte er das überhaupt sollen oder wollen?
Wäre. Hätte. Könnte. Sollte.
Hätten Kurt Cobain und Courtney Love in Echterdingen gewohnt statt in Seattle, dann hätten sie vielleicht Kurt und Käthe Köberle geheißen und ihr letzter Dialog wäre so verlaufen:
“Sag mol, Kurt …”
“Was isch?”
“Hosch du aigentlich an d’ Kehrwoch denkd? Du woisch doch, wia Romingers fo gegenieber drauf gugged.”
“Au Scheisse, frgässa!”
“Also ächd jez, i han di doch soo drum bätta.”
“Scho.”
“Was … scho?”
“I han halt au anders Zuig em Kopf als ällaweil Romingers.”
“Des glaub i glei.”
“Was soll denn des jez hoisa?”
“Gar nix.”
“So?”
…
“Ibrigens sodd mr au no d’ Beem schneida.”
“Mr. … Sodd. … Des ka ja blos hoisa: I sodd.”
“Schnällmärger.”
“Wo ischn dia Loider?”
“Weele Loider?”
“Ha, dia zom Beem schneida!”
“Wa wois denn i?”
“Ha du hoschse zletschd ghett.”
“Niemols.”
“Beim Fenschderbutza.”
“Di han i dees Johr no et butzd.”
“Des glaub i glei.”
“Was soll denn des jez hoisa?”
“Gar nix.”
“So?”
…
“Also i gang jez ind Garasch und gugg nach dära Loider.”
“Gang no.”
Kurt Köberle sucht in der Garage nach der Leiter, findet sie auch, bemerkt aber nicht, dass eine Sprosse defekt ist, was ihm seine Frau Käthe mitzuteilen vergessen hatte, gerät auf der Suche nach der Baumschere, die sich seiner Meinung nach im obersten Regalfach befinden müsste, eben wegen der defekten Sprosse dieser Leiter, die er am Regal anlegt, um eben dieses oberste Regalfach einsehen zu können, gerät also dabei in eine missliche Schräglage, die ihn dazu bringt, das Fläschchen mit dem Diacetylmorphin, das sein Urgroßvater selig im Jahr 1902 zur Bekämpfung eines hartnäckigen Hustens erstanden, aber nie benutzt hatte, weil der Husten sich als Tuberkulose herausgestellt und zum baldigen Tod des Vorfahren geführt hatte, greift also in seiner Schräglage nach dem nächstbesten Gegenstand, in diesem Fall das großväterliche
Fläschchen mit dem geschwungenen Bayer-Schriftzug “Heroin“, merkt jedoch sogleich zweierlei, nämlich erstens, dass er dort keinen verlässlichen Halt finden und damit die Schwerkraft in nächster Zukunft weiterhin ihr zerstörerisches Werk verrichten wird, und zweitens, dass aus unerklärlichen Gründen der Deckel dieses Gefäßes derart unrichtig befestigt ist, dass er in hohem Bogen davonfliegt und auf diese Weise auch nicht länger dessen Inhalt davor bewahren kann, seinen physikalisch vorgeschriebenen Weg zu nehmen, der in Anbetracht dessen, dass Köberles zum Wutschrei geformter und daher weit offenstehender Mund eben jenem Weg, nun ja, im Weg steht und aus diesem Grund der Schrei seinen Weg nach draußen nicht findet, weil das Medikament seinen Weg nach drinnen findet, dabei gleichzeitig der Körper des Stürzenden nun endlich auf dem Boden aufschlägt, was einen Schluckreflex auslöst, der das Heroin dorthin befördert, wo es schon immer sein wollte, im Körper eines echten Menschen nämlich und wenn C21H23NO5 lächeln könnte, dann würde es dies nun tun, denkt sich Kurt, der ja ausgebildeter Chemielaborant ist, im selben Moment, da der durch den Sturz ausgelöste Schmerz in seinem Hirn gemeldet wird und versucht mit der anderen freien Hand nach irgend etwas zu greifen, das ihm Halt geben möge, wodurch er ein sich metallisch anfühlendes Werkstück zu fassen kriegt, das an seinem unteren Ende mit einer Art Bügel versehen ist, den Kurt nun, da er mittlerweile regungslos auf dem Beton seiner Garage zu liegen gekommen ist, fester anfasst und seine Augen eben dorthin wendet, in der Absicht, zu erkennen, was er sich da gegriffen hat, um Sekundenbruchteile später zu verstehen, dass es natürlich die abgesägte Browning Auto-5 ist, die er seit Jahren für seinen Kumpel Rudi, der im Schützenverein Kassierer ist, aufbewahrt, weil dessen Garage bereits waffengeflutet ist, und überlegt noch einen Mini-Moment, dass diese Waffe ja wohl kaum geladen oder gar entsichert hier rumliegen könne, als sein Körper signalisiert, dass das soeben aufgenommene Heroin keineswegs seinem Wohlbefinden zuträglich sei und er, der Körper, deshalb daran denke, den Fremdstoff wieder von sich zu geben, was ein kleines krampfendes Gefühl im die Waffe haltenden Zeigefinger Kurt Köberles auslöst, der daraufhin das Mündungsfeuer der gar nicht so kleinkalibrigen Waffe, wie Rudi immer beteuert hatte, gerade noch erahnen kann, bevor das dadurch ausgelöste Geschoss seine Schädeldecke durchdringt.
Was blieb dem Leichenbeschauer anderes übrig, als folgendes in das dafür vorgesehene Datenbankfeld einzutragen: “Mutmaßlich Suizid durch Feuerwaffe nach vorherigem Konsum einer dreifach tödlichen Menge Diacetylmorphin.”
[Bild: Wikipedia]
4 Kommentare to Kurt Cobain | Courtney Love
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Das, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist wirklich großes Kopfkino!
Da bin ich aber froh, dass es eben nicht so war. Sonst müsste ich mir jetzt die ganze MTV Unplugged von Nirvana auf Schwäbisch übersetzen und das, das wird gewiss keiner lang aushalten! Der Song der frühen Jugend: “Komm wia da bischd / wia da gwä bischd / wie I di halt gern hätt” usw. – geht gar nicht.
Unfassbar, die Herren, unfassbar. Ich liege darnieder.
@Dennis: Hoffentlich kein Salatkopfkino.
@DrNI: Im Gegenzug wird dann eben Wolle Kriwanek auf Englisch übersetzt: “I drive Daimler – the road is mine.” Oder “Little Boxes” … äh, das gibt’s ja schon.
@Syd: Hoffentlich kein Lesesturz.