Ludwig van Beethoven | Wolfgang Amadeus Mozart


Musik

Ludwig van Beethoven
Wolfgang Amadeus Mozart

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Abgegebene Stimmen: 115
Beginn der Abstimmung: 26.3.2012, 07:00 Uhr
Ende der Abstimmung: - offen -


beethoven20Am Morgen des 26. M√§rz 1827 herrscht derart dichter Nebel in Wien, dass die Ger√§usche der vorbeifahrenden Fiaker nur ged√§mpft durch das ge√∂ffnete Schlafzimmerfenster Ludwig van Beethovens dringen. Aber dessen fast taube Ohren vernehmen ohnehin schon seit geraumer Zeit nicht mehr viel. Karl Holz tritt ein, um die Besorgungsliste vorzutragen, aber der bettl√§grige Komponist winkt ab und verzieht das Gesicht, weil die Leber wieder sticht. Holz verschwindet und Beethoven schlie√üt die Augen. Seit der Lungenentz√ľndung im letzten Herbst ist er nicht mehr richtig auf die Beine gekommen, hat die Gelbsucht und dazu noch Wasser in den Beinen. Die √Ąrzte probieren dies und das, aber Beethoven f√ľhlt instinktiv, dass er das Bett nicht mehr verlassen wird.

Als er eine Bewegung im Zimmer sp√ľrt, √∂ffnet er die Augen und sieht einen Schatten an der Wand stehen. „Sind Sie es, von Breuning?“ Aber der Schatten antwortete nicht. Stattdessen beginnt er unvermittelt an zu kichern. Nein, Kichern ist das falsche Wort, denkt Beethoven, es ist eher ein Giggeln. Ja, das ist es, ein hohes Giggeln, albern und unbeherrscht. Und es erinnert ihn an etwas. Ein Gedanke aus der Jugend. Oder ein Traum? Ein Erlebnis? Ja, das Giggeln erinnert ihn an ein Erlebnis. Beethoven vergisst den giggelnden Schatten und schlie√üt wieder die Augen.

mozart100Er ist gerade sechzehn Jahre alt geworden und sitzt in einer Kutsche. Die Kutsche f√§hrt von Augsburg nach Wien. In Wien wird er, das Wunderkind, das schon mit sieben Jahren √∂ffentlich auftritt und mit zw√∂lf eine Anstellung an der kurk√∂lnischen Hofkapelle erh√§lt, dort in Wien wird er auf Veranlassung seines G√∂nners, des Kurf√ľrsten Maximilian Franz, Kompositionsunterricht beim gro√üen Mozart erhalten. Ludwig ist aufgeregt. Mozart schrieb f√ľr den √∂sterreichischen Kaiser vor vier Jahren Die Entf√ľhrung aus dem Serail und alle Welt redet √ľber die Opera buffa Le nozze di Figaro, die letzten Mai uraufgef√ľhrt wurde. Aber Ludwig m√∂chte vor allem mehr √ľber die Sinfonien wissen, die Klavier- und die Violinkonzerte. Und er m√∂chte den Mann kennenlernen, der vierzehn Jahre vor ihm als Wunderkind durch Europa gereist war.

Die Kutsche erreicht Wien nachts um eins. Beethoven nimmt eine Droschke zu Mozarts Adresse. Da dort noch Licht brennt, klingelt er an der T√ľr. Ein etwa 30 Jahre alter Mann √∂ffnet, ein vielleicht zweij√§hriges Kind im Arm. Es ist Mozart h√∂chstselbst. Ludwig stottert, er komme vom K√∂lner Kurf√ľrsten, er habe ein Empfehlungsschreiben und er wolle das Komponieren lernen. Mozart schaut den Jungen an und kichert. „Kommen’s rein“, sagt er schlie√ülich, „der Joseph ist auch da“.

Und tats√§chlich: Mozarts v√§terlicher Freund, der gro√üe Komponist Joseph Haydn ist ebenfalls zugegen. Obwohl er noch einmal 24 Jahre √§lter ist als Mozart, verstehen die drei sich auf Anhieb. Mozart bringt das S√∂hnchen zu Bett, kommt mit zwei Geigen zur√ľck und setzt sich ans Klavier. Haydn, Mozart und Beethoven spielen, bis die V√∂gel anfangen zu singen. Dabei tut sich besonders eine Amsel hervor, die auf eine Art zwitschert, die Mozart „giggeln“ nennt. Und die drei M√§nner, deren Namen sp√§ter in einem Zug genannt werden, wenn von der Wiener Klassik die Rede ist, kr√§hen, zwitschern, lachen, kichern und giggeln, bis Mozarts Frau Constanze verschlafen den Raum betritt.

Als Beethoven in seinem Krankenlager aus seinem Tagtraum erwacht, h√∂rt er es immer noch giggeln. Aber aus einem Schatten sind jetzt zwei geworden. Als er das bemerkt, lehnt sich Ludwig van Beethoven beruhigt zur√ľck und f√§ngt ebenfalls leise an zu giggeln.

Das war heute vor 185 Jahren.

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Montag, März 26th, 2012 Musik
 

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