Horst Lichter | Johann Lafer


Essen und Trinken Fernsehen

Horst Lichter
Johann Lafer

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Abgegebene Stimmen: 97
Beginn der Abstimmung: 15.10.2012, 07:00 Uhr
Ende der Abstimmung: - offen -


Ein trĂŒber Novembernachmittag im Jahr 2006. Horst Lichter und Johann Lafer planen eine neue, gemeinsame Kochsendung. Die erste Idee dazu wurde bereits verworfen: Eine große mittelhessische Brauerei sollte als Sponsor gewonnen werden, die Sendung eher ins Heitere driften. Der eigentlich geniale Namensvorschlag – „Licher & Laughter“ – kommt aber nicht an. Zu kompliziert fĂŒr die Zielgruppe, sagt der Produzent. Auch die Brauerei ist schnell wieder draußen.

Nun sieht das Konzept vor, dass sich Lafer und Lichter gegenseitig zum Kochen einladen und dabei ihre gemeinsame Liebe entdecken – das Kochen. Sie treffen sich also zufĂ€llig in einer KĂŒche und … naja. Vielleicht necken sie sich ein bisschen und merken dann, dass was auf dem Herd steht. Oder so. Der Regisseur hat sich am Wochenende ein paar Gedanken gemacht.

Und nun stehen sie an diesem verpissten Montagmorgen in ihrem Studio und wissen nur eins: Am 9. Dezember soll die erste Folge ausgestrahlt werden. Die Stimmung ist am Tiefpunkt, da kommt der Regisseur mit leichter VerspĂ€tung aufs Set und sagt: „Ich hab’s. Wir improvisieren einfach und hoffen auf gute EinfĂ€lle.“ Und weil niemand einen besseren Vorschlag hat: MAZ ab.

JL: Servus, liebe Frroinde, zu einer noien Ausgabe unserrerr noien und schon beliebten Kochsendung. Hoide gochen wir eine faine Bilzsubbe mit gnaggigem GemĂŒse, nemlich Babrriga, Bebberroni und Gohlrrabi. Main hoidiger Gast ist eine Ă€chde Überrraschung, auch fĂŒr mich, und Ă€rr wirrd mit Sicherhaid diese Subbe versolzen. Froien Sie sich mit mirr auf das gezwirrbelte Haarr in der Subbe – Horrst Lichder!
HL: Guten Amnd, ihr Lieben, watt soll isch sajen, isch freue misch unbĂ€ndig, dass isch heute jemandem ein Butterbrot streichen darf, den isch schon so lange kenne wie meine eijene Westentasche, und die ist immer leer, haha! BejrĂŒĂŸen Sie mit mir das wolligste Wiener WĂŒrstchen aller Zeiten – Johann Lafer!
JL: Searrvus Hoarrst!
HL: Hallöchen Johann!

Lafer kĂŒsst Lichter. Quelle: Switch Reloaded[Sie umarmen sich und geben sich zum Spaß ein KĂŒsschen. Dabei verwickelt sich Horst Lichters Zwirbelbart in Johann Lafers Schnurrbart.]

JL: Herrgottszaidn, wos is denn dees?
HL: Aua, gezz lass misch aba loos!

[Sie versuchen sich voneinander zu lösen, dabei verwickeln sich ihre BĂ€rte noch tiefer. Schließlich verharren sie in ihrer Position.]

JL: Rreschie!
HL: Maske!

[Regisseur und Maskenbildnerin stĂŒrzen herein und stoßen dabei heftig zusammen. Der Regisseur rutscht aus und fĂ€llt in das Lichtersche Butterbrot. Die Maskenbildnerin bleibt in einem herumliegenden Kabel hĂ€ngen, versucht sich festzuhalten und ergreift versehentlich das sprudelnde Nudelwasser. Das kochende Nass ergießt sich ĂŒber den Fußboden und verbrĂŒht die FĂŒĂŸe von Lichter und Lafer, die daraufhin auseinanderfahren. Lafers Schnurri verabschiedet sich aus seinem Gesicht und hĂ€ngt nun in Lichters Zwirbelbart, der offenbar stĂ€rker ist.]

JL: Himmelherrgoddzagramend!
HL: Watt iss denn nun?

[Lafer starrt Lichter an. Sein Leben zieht im Turbozeitraffer an ihm vorĂŒber, und er spĂŒrt in seinem Innersten, dass er sich jahrelang vor der einzigen Erkenntnis gedrĂŒckt hat, die wirklich zĂ€hlt: Er ist in Horst Lichter verliebt, aber sowas von. Und er weiß: Es muss aus ihm heraus. Und so sagt er es – auf Englisch, eine Sprache, die er zwar nicht beherrscht, aber die ihm adĂ€quat erscheint fĂŒr ein solches Manifest – so sagt er es, die ersten Worte zunĂ€chst murmelnd, aber das letzte, entscheidende dann laut ausrufend:]

JL: Plihs, Horst, plihs bi mai LAFER!

[Nun starrt Lichter Lafer an. Auch bei ihm zieht etwas vorĂŒber. Ein großer Gedanke, etwas, was ihn zwar erst seit Sekunden beschĂ€ftigt, aber es scheint ein so richtiger Gedanke zu sein, dass er ihn nicht verschweigen darf. Es hat etwas mit dem Bild des Mannes zu tun, der ihm gegenĂŒber steht und schreit. Ein verĂ€ndertes Bild. Das Bild eines Mannes ohne Schnurrbart. Wie zum Henker, nennt man das, wenn vorher etwas haarig war, und danach nicht mehr so richtig? fragt sich der Mann, der dem Tod schon zweimal ins Auge geschaut hat, aber noch nie einem schnurrbartlosen Johann Lafer. Und als es ihm einfĂ€llt, bricht das Wort mit einer Macht aus ihm heraus, die er an sich gar nicht kannte:]

HL: LICHTER!

[WĂ€hrenddessen hat der Regisseur mit einer Wonne das Butterbrot gegessen, mit der nur Kinder das Butterbrot einer Oma verspeisen können, die es so gut mit ihnen meint, dass die von ihr aufgetragene Butterschicht jedem ErnĂ€hrungsberater die Zornesader platzen ließe, kĂ€me er jemals in die NĂ€he einer solchen Oma. Kaum hat der Regisseur den letzten KrĂŒmel verputzt, streicht er sich liebevoll ĂŒbers kugelige BĂ€uchlein und ruft versonnen ins Set:]

Regisseur: LECKER!

[Der Produzent, der die Szene beobachtet hat und genau weiß, was Pro 7 kauft und was nicht, macht sich eine kleine Notiz.]

Dieses WIDL war ein Vorschlag von Chris.

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Montag, Oktober 15th, 2012 Essen und Trinken, Fernsehen

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