Die kleine Hexe | Der kleine Wassermann


Literatur

Die kleine Hexe
Der kleine Wassermann

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Abgegebene Stimmen: 74
Beginn der Abstimmung: 18.3.2013, 07:00 Uhr
Ende der Abstimmung: - offen -


„Guten Tag“, sagte die kleine Hexe. „Du siehst ja lustig aus.“
„Du aber auch“, erwiderte der kleine Wassermann. „Ich habe noch nie jemand gesehen, der mit einem Besen heruml├Ąuft.“
„Ich laufe nicht, ich fliege mit dem Besen“, sagte die kleine Hexe.
„Wirklich?“
Der kleine Wassermann war beeindruckt.
„Darf ich auch mal?“
„Das geht leider nicht, dazu musst du zaubern k├Ânnen.“
„Ach schade, das kann ich nicht.“
„Aber du darfst dich hinten drauf setzen und wir fliegen eine Runde.“
„Au ja!“ Der kleine Wassermann klatschte in die H├Ąnde.
„Abraxas, mach Platz“, ermahnte die kleine Hexe den Raben, der auf ihrer Schulter sa├č.
Der kr├Ąchzte missmutig vor sich hin, flatterte dann aber auf einen naheliegenden Baum.
„Heisa!“ rief der kleine Wassermann, als der Besen abhob und klammerte sich an die kleine Hexe. „Zur M├╝hle r├╝ber!“
Die kleine Hexe flog eine verwegene Kehrtwende und steuerte auf das gro├če M├╝hlrad zu.
Gerade als sie den M├╝hlkanal erreichten, sprang der kleine Wassermann unvermittelt ab, tauchte elegant unter, lie├č sich auf die Rinne zutreiben, die das M├╝hlrad mit Wasser versorgte, sauste ├╝ber die gro├čen Schaufeln nach unten und versank im See.
„Meine G├╝te!“ Die kleine Hexe war entsetzt. „Der arme kleine Kerl ertrinkt!“
Vergeblich suchte sie mit ihrem Besen die Wasseroberfl├Ąche ab. Nach einer Viertelstunde gab sie auf und, flog zu Abraxas zur├╝ck und setzte sich weinend auf die Bank, die sie an diesem Morgen zu einer kleinen Rast gew├Ąhlt hatte. Hier war der kleine Wassermann vorbeigekommen und so hatten sie sich kennengelernt.
„Was ist denn mit dir los?“ Eine etwas nasse Stimme lie├č die kleine Hexe aufschrecken.
Da sa├č der kleine Wassermann tropfend neben ihr und kaute vergn├╝gt an einem Fischlein.
„Magst du auch was?“
„Aber … aber … bist du nicht ertrunken?“
Der kleine Wassermann lachte.
„Wasserm├Ąnner k├Ânnen doch nicht ertrinken.“

„Cut!“, schrie da der Regisseur. „Was ist denn das f├╝r ein Text? Das ist ja grauenvoll! Wir wollten etwas f├╝r Kinder f├╝r heute machen. In 3D. Mit Dolby Surround. Etwas, das die Kinder aufr├╝ttelt und sie tiefer in die Popcornschachtel greifen l├Ąsst, damit sie Durst auf eine Cola haben, die sie anschlie├čend im Foyer kaufen k├Ânnen. Und das Computerspiel dazu.“
„Ja schon“, sagte sein Assistent, „aber …“
„Aber das da“, br├╝llte der Regisseur. „Das ist ja wie in einem Kinderbuch aus den Sechzigern.“
„├äh …“, sagte der Assistent, „das ist ja auch …“
„Ach h├Âr doch auf. Wir beenden das Projekt, das wird noch nichts“, schrie der Regisseur. „So kann ich nicht arbeiten.“

So wurde der Film ├╝ber den kleinen Wassermann und die kleine Hexe nie gedreht.
Und das macht uns wirklich froh.

Hingegen bedanken wir uns bei Otfried Preu├čler.
Mach’s gut und danke f├╝r all die tollen B├╝cher, die du geschrieben hast!

Dieses WIDL war ein Vorschlag von Stephan.

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Montag, M├Ąrz 18th, 2013 Literatur

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