Biene Maja | Willi


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Biene Maja
Willi

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Beginn der Abstimmung: 8.4.2013, 07:00 Uhr
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Am 8. April 1926, heute vor 87 Jahren, wurde im Berliner „Capitol-Theater“ erstmals der Film „Die Biene Maja und ihre Abenteuer“ gezeigt. Er basierte auf dem 14 Jahre zuvor ver√∂ffentlichten, gleichnamigen Buch von Waldemar Bonsels. Der aufwendig produzierte Stummfilm stellte die Handlung mit lebenden Insekten nach und erhielt besonders f√ľr diese technische Leistung gute Kritiken. Biene Majas Bekanntheit fu√üt aber eher auf dem Buch und nat√ľrlich der Zeichentrickfassung aus den 70er Jahren. Vor kurzem startete im ZDF eine neue, computeranimierte Biene-Maja-Serie in 3D. Maja und Willi haben dabei deutlich abgespeckt und auch das Titellied wird in renovierter Form gesungen – von Helene Fischer. Wir aber fragen uns: Wieso hei√üt die Biene Maja eigentlich Biene Maja?

Waldemar Bonsels atmetet tief durch und wischte sich den Schwei√ü von der Stirn. Es war der hei√üeste Augusttag 1911. Er schaute aus dem Fenster und l√§chelte, als eine Biene vorbeisummte. Er zog das Blatt aus der Schreibmaschine und legte es auf den dicken Stapel auf dem Beistelltisch. In einer Schublade fand er einen gro√üen Umschlag und steckte den ganzen Stapel hinein. Dann setzte er seinen leichten Sommerhut auf, nahm das P√§ckchen und verlie√ü das Haus. Sein Ziel war wie immer der „Blaue Karpfen“ an der Dachauer Stra√üe. Kaum hatte er sich an seinen Stammplatz gesetzt, schon brachte die Karpfen-Wirtin Maria Maier Kaffee, Zigarre und Zeitung. Gerade wollte sie sich wieder hinter die Theke begeben, da fiel ihr Blick auf das P√§ckchen.
„Herrgottszeiten! Ist das …? Ist das …? Das Buch ist fertig?“
Bonsels nickte.
„I werd narrisch. Ja so a Freid!“
Die Wirtin lie√ü einen solchen Juchzer los, dass Kaspar Maier aus der K√ľche schaute.
„Wos is denn los, Frau?“
„Der Herr Bonsels hat sein Buch fertig!“
„Was f√ľr ein Buch?“
„Das Bienenbuch! Ich hab’s dir doch erz√§hlt.“
„Ja, scho.“
Kaspar Maier trat näher.
„Um wos geht’s denn do, Herr Bonsels?“
„Ich beschreibe darin das Leben der Tiere auf einer Wiese, so wie ich sie hier in der Schlossanlage Schlei√üheim beobachte.“
„Ach so, wie der Herr Brehm?“
„Nein, nein, mein Buch ist ein Roman. Darin kommen Tiere vor, die miteinander reden und Abenteuer erleben und eine eigene Gesellschaft bilden. Die Hauptperson ist eine Biene und die hei√üt M√ľller. Biene M√ľller.“
„Ja wieso denn M√ľller?“, fragte nun wieder Maria.
„Nun ja, das ist der h√§ufigste Name in Deutschland. Er sollte einfach f√ľr eine beliebige Biene stehen.“
Maria Maier dachte nach.
„Aber soweit ich wei√ü, ist der h√§ufigste Name Maier.“
„Ach so?“
Nun dachte Waldemar Bonsels nach.
„Ach wissen Sie, Frau Maier, jetzt bin ich schon so lange Gast bei Ihnen. Und so oft haben Sie mir einen Kaffee spendiert. Da spendiere ich Ihnen einen Namen. Wir machen aus M√ľller einfach Maier.“
Maria Maier errötete.
„Aber Herr Bonsels!“
Waldemar Bonsels fackelte nicht lange.
„Darf ich ihr Telefon benutzen?“
„Aber sicher, Herr Bonsels.“
Der blaue Karpfen war eines der ersten H√§user in Oberschlei√üheim, die ein Telefon besa√üen. Es rauschte allerdings f√ľrchterlich. Der Post-Installateur hatte gesagt, das l√§ge am nahe gelegenen Kanal.
Bonsels lie√ü sich mit Bernd Isemann verbinden. Zusammen f√ľhrten sie den Verlag, in dem Bonsels‘ B√ľcher erschienen. Auch der Verlag verf√ľgte schon √ľber einen Fernsprechapparat.
„Bernd?“
„Wer spricht?“
„Der Waldemar.“
„Wer ist bald da?“
„Nein, hier spricht der Waldemar!“
„Ach so, was gibt’s?“
„Ich habe mein Manuskript fertig und ich will es nicht mehr anschauen. Ich werfe es dir nachher ein. Aber du musst noch etwas √§ndern.“
„Was ist mit den R√§ndern?“
„Nichts, alles in bester Ordnung. Du musst noch etwas √§ndern“, rief Bonsels in das Mikrofon.
„Ach ja?“
Bonsels schaute zur Wirtin hin√ľber, die wieder err√∂tete.
„Ja. In dem Buch ist die Rede von einer Biene M√ľller. Die soll nun aber Biene Maier hei√üen.“
„Biene Maja?“
„Ja, genau.“
„Ja gut, ist recht, das mache ich“, antwortete Isemann.
Bonsels legte auf.
„Das war eine richtig gute Idee, Frau Maier.“

Dieses WIDL war ein Vorschlag von Chris.

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Montag, April 8th, 2013 Comic, Fernsehen, Film, Literatur

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