Adventskalender
WIDL kürt die Krippensieger.
Die Krippensieger. Ja, Plural. Denn die Spitze in der Breite war derart hoch, dass uns gar nichts anderes übrig blieb, als beide Teilnehmer an unserem Wettbewerb zu küren. Aber seht selbst!
Ein zunächst etwas merkwürdig anmutendes Setting schickte uns Dennis zu: Die Heilige Familie tummelt sich im Vordergrund zwischen etlicher Botanik, der Stern schwebt unterhalb des Stalls, ganz oben findet sich ein weiterer Stall und irgendwo dazwischen purzeln Wolken durcheinander:
Erst bei genauer Betrachtung erschließt sich dem aufmerksamen Beobachter die Szenerie: Ein übelst kommerz-orientierter, anti-vegetarischer Weihnachtsmarkt hat sich hier breit gemacht: Reinhold Messner brät Yeti-Burger, die Engel zocken Glühwein, Bud Spencer verkauft mitsamt seinem Zwilling Lammbraten und Gänsekeule.
Dass dies dem Christkind nicht gefällt und es sich samt Muttern, Vatern, Ochs und Esel ins Gebüsch verkrümelt: Wer kann es ihm verdenken?
Weg von dieser sozialkritischen Variante – hin zu einem Kleinod kunstfertiger Kreativität, erschaffen von Achim und Fredi – und von ihnen selbst wie folgt beschrieben:
Im Zentrum der Installation steht die Stallkonstruktion aus rostfreiem Zedernholz. Sie bildet gleichzeitig das Herzstück der Dekoration auf gold-ockernem Wüstengrund.
Davor befinden sich die Hauptpersonen Mary & Sepp. Von links ziehen die Beschenker-Kings in das Bild, ihre LKWs (”Last-Kamel-Waren”) begleitend. Davor steht eine Federviehstallung; in dieser Struktur ahnt der Betrachter figuratives.
Wechselt der Betrachter nun das Augenmerk auf den rechten Teil der Installation, so kommt er zu dem Hauptthema, dem roten Faden des Arrangements. In dem durch Zäunen eingeengten Bereich stehen die Individuen der Gattung Caprinae zusammengetrieben, verängstigt – gepeinigt! Doch ein Makel in der Zaunkonstruktion ermöglicht ihnen diesem engen Bereich ihrer Gefangenschaft zu entfliehen und so ergießt sich ein schier unendlich wirkender Strom aus Leibern in den zentralen Vordergrund der Installation.
Der Clou aber folgt in Gestalt eines Detail-Zooms. Was wir alle nicht wussten: Die Papierfiguren leben, schaut man nur genau genug hin:
Fazit:
Man kann nur vage erahnen, wieviel Mühe, Zeit und Hirnschmalz in beiden Präsentationen stecken. Wir sind begeistert. Doppelt begeistert. Und kommen nicht umhin, tief in die T-Shirt-Kiste zu greifen.
Allen drei Gewinnerinnen und Gewinnern ein dreifaches Hoch und herzlichen Glückwunsch!
Nächste WIDLs am Mo, 15.3.:
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