<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Wer ist dir lieber? &#187; Karl May</title>
	<atom:link href="http://www.wer-ist-dir-lieber.de/tag/karl-may/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.wer-ist-dir-lieber.de</link>
	<description>Blog für Entscheidungsfreudige</description>
	<lastBuildDate>Mon, 30 Jan 2012 09:07:04 +0000</lastBuildDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.8</generator>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
			<item>
		<title>Winnetou &#124; Old Shatterhand</title>
		<link>http://www.wer-ist-dir-lieber.de/333/winnetou-old-shatterhand/</link>
		<comments>http://www.wer-ist-dir-lieber.de/333/winnetou-old-shatterhand/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 18 May 2009 10:00:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>uli</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Dresden]]></category>
		<category><![CDATA[Karl May]]></category>
		<category><![CDATA[Old Shatterhand]]></category>
		<category><![CDATA[Winnetou]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://192.168.55.131/weristdirlieber/?p=333</guid>
		<description><![CDATA[<img src="http://www.wer-ist-dir-lieber.de/wp-content/uploads/piktogramme/pik_film_grau.gif" width="25" height="25" alt="" title="Film" /><img src="http://www.wer-ist-dir-lieber.de/wp-content/uploads/piktogramme/pik_literatur_grau.gif" width="25" height="25" alt="" title="Literatur" /><br/>Winnetou besucht Old Shatterhand in Dresden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<img src="http://www.wer-ist-dir-lieber.de/wp-content/uploads/piktogramme/pik_film_grau.gif" width="25" height="25" alt="" title="Film" /><img src="http://www.wer-ist-dir-lieber.de/wp-content/uploads/piktogramme/pik_literatur_grau.gif" width="25" height="25" alt="" title="Literatur" /><br/><p>Zwar wird dem eifrigen Karl-May-Leser schnell klar, dass es sich bei den Ich-Erzählern &#8220;Old Shatterhand&#8221; und &#8220;Kara Ben Nemsi&#8221; um ein und dieselbe Person, nämlich Karl May selbst handelt &#8211; schließlich verfügen beide nicht nur über die selben Waffen (Henrystutzen und Bärentöter), sondern auch über den berühmt-berüchtigten Fausthieb, der seine Feinde bewusstlos zu Boden <a href="http://dict.leo.org/ende?lp=ende&#038;lang=de&#038;searchLoc=0&#038;cmpType=relaxed&#038;sectHdr=on&#038;spellToler=on&#038;chinese=both&#038;pinyin=diacritic&#038;search=shatter&#038;relink=on">schmettert</a>.</p>
<p>Jedoch wird dieser Umstand erst in &#8220;Krüger Bei&#8221;, dem Band 21 der gesammelten Werke (und gleichzeitig <a href="http://141.30.89.80/~thomas/maybuecher/textdetails.php?_id=223&#038;_mitcover=J">zweiter Teil</a> der &#8220;Satan und Ischariot&#8221;-Trilogie) quasi offiziell. Denn &#8220;Old Shatterhand&#8221; verfolgt darin über mehrere Kontinente hinweg die Bösewichter der Melton-Sippe, wodurch er mittenmang zwangsläufig zu &#8220;Kara ben Nemsi&#8221; wird.</p>
<p>Und weil sich auch Winnetou an der Hatz beteiligt, ereignet sich hier etwas vom Skurrilsten, was das umfangreiche Werk des Radebeuler Volksschriftstellers hergibt, nämlich der Besuch Winnetous in Dresden. Die entsprechende Passage wird hier mit freundlicher Genehmigung der Karl-May-Gesellschaft wiedergegeben.*</p>
<p>Nach aufregenden Erlebnissen in Mexiko und San Francisco trennen sich Winnetou und Old Shatterhand, nicht ohne ein neues Treffen zu vereinbaren:</p>
<p><img src="http://www.wer-ist-dir-lieber.de/wp-content/uploads/km0.gif" alt="Textpassage aus Satan und Ischariot" title="Textpassage aus Satan und Ischariot" width="530" height="88" style="border: 1px solid #888; align: none;"/><br />
<blockquote>&#8220;Am nächsten Tage ritten wir von San Francisco fort, und drei Monate später nahmen wir am Hole in Rock für dreißig Monate Abschied voneinander. Er behielt das Pferd, welches ich geritten hatte, zurück, und ehe wir uns trennten, wurden, wie es auch früher stets gewesen war, der Ort und die Zeit genau besprochen, an welchem und zu welcher wir uns wieder treffen wollten.</p>
<p>Einige Monate blieb ich daheim; <a href="http://silberbuechse.net/vorsitzender.html">sodann</a> ging es wieder fort, dieses Mal nach dem Orient, in welchem ich zwanzig Monate blieb. Nach meiner Rückkehr von dort versteckte ich mich für einige Zeit zwischen meine Bücher und kam nur wenig unter Menschen. Wöchentlich einmal aber besuchte ich einen Gesangverein, dessen Ehrenmitglied ich war und heute noch bin. Das war meine Erholung.</p>
<p>Eines Sonnabends saßen wir nach der Uebungsstunde beisammen, um über ein Konzert zu milden Zwecken zu verhandeln, da kam der Wirt in unser separates Zimmer und teilte mir mit:</p>
<p>»Es sind zwei Herren da, welche mit Ihnen sprechen wollen.«</p>
<p>»Wer ist&#8217;s?«</p>
<p>»Ich kenne sie nicht. Der eine ist ein junger, sehr anständiger Herr, der andere aber ein ganz eigentümlicher dunkelfarbiger Mensch. Er spricht kein Wort, nimmt den Hut nicht ab und sieht einen mit seinen Augen an, daß man sich ganz unheimlich fühlt.«</p></blockquote>
<p><img src="http://www.wer-ist-dir-lieber.de/wp-content/uploads/km1.gif" alt="Textpassage aus Satan und Ischariot" title="Textpassage aus Satan und Ischariot" width="530" height="128" style="border: 1px solid #888; align: none;"/></p>
<blockquote><p>»Scharlieh!« rief es da unter der offen gebliebenen Thür.</p>
<p>Ich sprang schnell auf. Scharlieh pflegte Winnetou meinen deutschen Vornamen auszusprechen. Und da stand er unter der Thür! Winnetou, der berühmte Häuptling der Apatschen in Dresden! Und wie sah der gewaltige Krieger aus! Eine dunkle Hose, eine ebensolche Weste, um welche ein Gürtel geschnallt war, einen kurzen Saccorock; in der Hand einen starken Stock und auf dem Kopfe einen hohen Cylinderhut, der er nicht abgenommen hatte! Ich erzähle die Thatsache in einfacher, kurzer Weise, brauche aber wohl kaum zu versichern, daß meine Ueberraschung, mein Erstaunen, ihn hier zu sehen, wenigstens ebenso groß wie mein Entzücken darüber war.</p>
<p>Ich sprang auf ihn zu; er kam mir ebenso rasch entgegen; auf halbem Wege fielen wir uns in die Arme. Wir küßten uns wieder und immer wieder, betrachteten uns in den Zwischenpausen und brachen schließlich in ein herzliches Gelächter aus, was bei dem Apatschen noch nie vorgekommen war. Die Gestalt, in welcher er seinen Shatterhand vor sich sah, war gar so zahm, und die Figur, welche der tapferste Krieger der Apatschen bildete, war so friedlich und so drollig, daß ein Hexenmeister dazu gehört hätte, sich des Lachens zu enthalten.</p>
<p>Er hatte nicht auf die Rückkehr des ihn anmeldenden Wirtes gewartet, sondern war demselben gefolgt. Nun kam auch der junge Herr, der bei ihm gewesen war; das war kein anderer als &#8211; Franz Vogel, der frühere Schüler meines Kapellmeisters.</p>
<p>Die anwesenden Sänger kannten den Apatschen alle aus meinen Erzählungen. Welch ein Hallo, als ich seinen Namen nannte! Zunächst wollten sie es nicht glauben. Sie konnten sich ihn nicht anders denken, als in seiner bekannten Kleidung und mit der berühmten Silberbüchse. Ich ahnte, weshalb er den Hut nicht abnahm; er hatte die Fülle seines reichen, dunkeln Haares unter denselben verborgen. Ich nahm ihm den Cylinder ab; da wurde es frei und fiel ihm wie ein Mantel über die Schultern und weit auf den Rücken herab. Jetzt glaubten sie, daß es der Apatsche sei. Alle Hände streckten sich ihm entgegen, und als so ein begeisterter Bassist das »Dreimal hoch!« anstimmte, fielen alle brausend ein.</p></blockquote>
<p><img src="http://www.wer-ist-dir-lieber.de/wp-content/uploads/km2.gif" alt="Textpassage aus Satan und Ischariot" title="Textpassage aus Satan und Ischariot" width="531" height="107" style="border: 1px solid #888; align: none;"/></p>
<blockquote><p>Wie oft hatte ich Winnetou gebeten, einmal mit mir nach Deutschland zu gehen oder mich dort zu besuchen! Es war stets vergeblich gewesen. Daß er jetzt kam, so ganz unerwartet, mußte einen höchst wichtigen Grund haben. Er sah es mir an, daß ich denselben gern erfahren hätte, schüttelte aber den Kopf und sagte:</p>
<p>»Mein Bruder lasse sich nicht stören. Die Botschaft, welche ich bringe, ist wichtig; aber ist eine Woche und mehr darüber vergangen, so kann auch noch eine Stunde vergehen.«</p>
<p>»Wie aber hast du mich hier finden können?«</p>
<p>»Winnetou ist doch nicht allein. Das junge Bleichgesicht, welches Vogel heißt, ist mitgekommen. Dieser kannte deine Wohnung und führte mich hin. Wir hörten, du seist dorthin gegangen, wo gesungen wird; da wollte ich auch gern singen hören. Später kehren wir in deine Wohnung zurück, und dort werde ich dir sagen, aus welchem Grunde ich über das große Wasser gekommen bin.«</p>
<p>»Gut, ich gedulde mich also bis dahin, und du sollst nun deutschen Gesang zu hören bekommen.«</p>
<p>Als die Sänger von dem Wunsche des Apatschen hörten, waren sie natürlich gern bereit, denselben zu erfüllen. Wir setzten uns mit Vogel an einen abgelegenen kleinen Tisch und bestellten Bier, welches Winnetou sehr gern, aber auch sehr wenig trank. Dann begannen die Vorträge, welche nicht anders als Konzert genannt werden mußten. Die Leute waren stolz darauf, sich vor diesem berühmten Manne hören lassen zu dürfen.</p>
<p>Er hielt meine Rechte in der seinigen und ich seine Linke in der meinigen. Ich war ganz glücklich, ihn einmal bei mir in der Heimat zu haben, und er war ebenso glücklich darüber, mir dieses Glück bereiten zu können. Ich glaube, wir haben in den Augen der Zuschauer ein ganz rührendes Paar gebildet. Aber jeder, der uns drüben in der Savanne oder auf dem Gebirge begegnet war, hätte uns heute hier nicht wieder erkannt. Winnetou kam mir wie ein schwarzer Panther im Schafspelze vor, und ihm mochte es mit mir nicht viel anders gehen. Kleider machen auch hier wie überall Leute.</p>
<p>Es war wohl gegen Mitternacht, als der Apatsche erklärte, daß er nun genug gehört habe. Die eifrigen Notenbrüder hätten ihn noch gern bis morgen früh und auch noch länger unterhalten. Er bedankte sich bei ihnen, und dann gingen wir. Er sagte kein Wort über das, was er gehört hatte, aber da ich seine Eigenart kannte, wußte ich gar wohl, welch einen tiefen und unauslöschbaren Eindruck der deutsche Gesang in seiner Seele zurückgelassen hatte.&#8221;</p></blockquote>
<p><img src="http://www.wer-ist-dir-lieber.de/wp-content/uploads/km3.gif" alt="Textpassage aus Satan und Ischariot" title="Textpassage aus Satan und Ischariot" width="530" height="145" style="border: 1px solid #888; align: none;"/><br />
__________<br />
* <small>zitiert aus der <a href="http://www.karl-may-gesellschaft.de/kmg/primlit/reise/satan/index.htm">Online-Fassung</a> von &#8220;Satan und Ischariot&#8221; der Karl-May-Gesellschaft, hier: <a href="http://www.karl-may-gesellschaft.de/kmg/primlit/reise/satan/gr21/kptl_3.htm">3. Kapitel: Ein Millionär</a>. Mit freundlicher Genehmigung der <a href="http://www.karl-may-gesellschaft.de">Karl-May-Gesellschaft</a> e.V., Radebeul.<br />
Wie sowohl diese Episode als auch der ganze Satan-und-Ischariot-Zyklus ins Gesamtwerk des Meisters einzuordnen ist, erläutert kenntnisreich Walther Ilmer im Sonderheft der Karl-May-Gesellschaft Nr. 35/1982 unter dem Titel <a href="http://www.karl-may-gesellschaft.de/kmg/seklit/sokmg/035/indexhtm.htm">&#8220;Winnetou im Gesangsverein &#8211; Ein Traum des Gefangenen&#8221;</a>, in dem er nachzuweisen versucht, das Teile dieser Erzählung die schriftstellerische Verarbeitung der realen &#8220;Affäre Stollberg&#8221; darstellen &#8211; jener Affäre also, die Karl May im September 1879 eine dreiwöchige Haftstrafe eingetragen hatte.</small></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.wer-ist-dir-lieber.de/333/winnetou-old-shatterhand/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

